An unsere lieben Schwestern und alle Frauenorganisationen! 8. März: IM GEISTE DER DEMOKRATIE UND FREIHEIT!
Es lebe der 8. März, der internationale Frauenkampftag, der Tag aller Frauen, die ihre Rechte einfordern, der Tag aller, die sich in diesem Kampf einsetzen und auch Tag der kurdischen Frauen! Der 8. März ist für alle Frauen ein Tag der Einheit und des Kampfes.
Als kurdische Frauenbewegung gedenken wir in großem Respekt all denjenigen Frauen, die im Freiheitskampf ihr Leben gaben und grüßen insbesondere die eindrucksvollen Aktionen jener Frauen, die trotz Unterdrückung, Gewalt und Feminizid, alle Lebensbereiche- wie die Gefängnisse, Berge, Straßen, Arbeitsplätze, auf dem Acker und Zuhause- in Orte des Freiheitskampfes verwandeln.
Seit mehr als 40 Jahren leistet die Freie Frauenbewegung Kurdistans einen unermüdlichen Kampf darum, die Frauenbefreiungsideologie zu vertiefen, Kraft und Bewusstsein für die Selbstverteidigung von Frauen zu stärken, gleichberechtigte und freie politische Repräsentanz sicher zu stellen, und in allen Lebensbereichen gegen Sexismus erfolgreich zu kämpfen und so die Freiheit aller Frauen zu beschleunigen. Wir gaben dem Austausch jener Erfahrungen, die wir in unserem Kampf gesammelt haben, mit Frauen in allen Teilen der Welt, stets eine große Bedeutung. Und zielen jetzt darauf ab, mit großer Begeisterung, Enthusiasmus und Entschlossenheit das 21. Jahrhundert ins Jahrhundert der Frauenfreiheit umzuwandeln. Um die zweite Frauenrevolution umzusetzen, versuchen wir, unsere Mission innerhalb der globalen Frauenbefreiungsbewegung zu erfüllen. Wie Ihr von nahem verfolgt, begann das Jahr 2026 mit sehr schnellen und akuten Entwicklungen. In kürzester Zeit entwickelt sich die Welt zu einem stark polarisierten und zersplitterten System hin. Das Welt-system bricht zusammen. Populistische und machoistische Präsidenten, handeln allem voran, nach eigenen Machtinteressen. Kapitalismus, Patriarchat und Herrschaft zerstören die Erde auf der wir leben.
Aus all diesen Gründen steht das internationale Rechts- und Regel System vor dem Zusammenbruch. Mit all seinen Taten und Worten hat US-Präsident Donald Trump dem Nationalstaat den letzten Nagel in den Sarg geschlagen. Wie die Welt ins sichere Verderben geführt wird, machen heutzutage populistische, frauenfeindliche Despoten und angebliche Präsidenten deutlich. Leider können selbst demokratische Systeme diesen zerstörerischen Entwicklungen keinen Einhalt gebieten. In dieser Situation stellt sich Frauen in erster Linie die Frage: Wie sollen wir diese Phase bewerten und uns darin positionieren? Das ist die grundlegende Frage auf welche die Bevölkerung und vor allem Frauen Antwort finden müssen.
Gegensätzlich der Behauptungen ist es vollkommen offensichtlich geworden, dass das internationale System, keinen Rahmen für Sicherheit oder Gleichgewicht im Zusammenleben erschafft, sondern viel mehr die Ursache als auch eine Folge, der verheerenden Situationen in denen Frauen sich befinden, darstellt. Der Grund dafür das der Nationalstaat seine Funktion nicht mehr erfüllt, und die Masken der Götter des Nationalstaates gefallen sind, sind die unzähligen Krisen, die eben jener selbst erschaffen hat. Mit dem Zusammenbruch des bipolaren Weltsystems zu Ende des 20ten Jahrhunderts begann die Suche nach einem neuen Weltsystem. Kriege wie in Jugoslawien, im Irak oder solche, die mit den Aufständen und Kriegen rund um den Frühling der Völker (Arabischer Frühling) begannen, der Russland-Ukraine- sowie der Israel-Gaza-Krieg und die weitergeführten Kriege in allen Teilen Kurdistans, einem Land, das von vier kolonialen Staaten zerteilt wurde, all diese Konflikte sind seit den 1990er Jahren vermehrt und vertieft worden. Diese kolonialen Kriege, die unseren Planeten verwüstet haben, werden systematisch von den herrschenden Mächten nicht beendet, sondern zugespitzt. Anstatt die bestehenden Probleme zu lösen, verschärfen sie Kriege und vieles, was von historischer Bedeutung ist, wird zerstört. Wie Gramsci es treffend zu Wort brachte: “Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster“. In den letzten Zeiten, betonen viele diese Tatsache. Die Menschheit befindet sich in einem Zeitalter, indem wenige Mächtige über alles Herrschen.
Der Nationalstaat, verschlägt der natürlichen Kommunalität der Gesellschaft den größten Schlag, indem er durch die Staatsbürgerschaft das Individuum an seine Machtinteressen bindet. Alle Bereiche, welche die Gesellschaft ausmachen und aufrecht erhalten – wie Wirtschaft, Ökologie, Gesundheit, Integration, Bildung und Selbstverteidigung – wurden von Seiten des Staates eingenommen. Völker, Gesellschaften und Frauen verbleiben ohne Schutz. Die Kräfte, welche die Verantwortung für die Verteidigung übernehmen könnten, werden für Eroberungskriege, Ausbeutung von Rohstoffen oder als Kriegsmarionetten instrumentalisiert. Obwohl unser Planet seit geraumer Zeit klare SOS-Signale sendet, wird aus Gier nach mehr, die ökologische Zerstörung, Vernichtung und Massenmigration fortgesetzt. Wissenschaft und Technologien, die Lösungen für unsere akuten Probleme finden sollten, werden im Einfluss der Machtzentren zu ernsthaften Waffen umgewandelt und gegen die Menschheit verwendet. Warum werden unsere Nahrungsmittel und unser Trinkwasser vergiftet, und die daraus resultierenden Krankheiten herbeigeführt, anstatt verhindert? Die Antwort auf Fragen wie diese, ist einfach: damit Wenige Mehr Geld daran verdienen können. Die Kriege die vom kapitalistischen System geführt werden, bringen Armut, Ungleichheit, sozialen Druck, Autoritarismus, Umweltkrise, Verlust von Ökosphären und unkontrollierte Nutzung von Technologien, mit sich. Das kapitalistische System zielt bei diesen Kriegen darauf ab, seine Wettbewerbsbereiche abzusichern und auszuweiten.
Es ist an der Zeit, aufzuhören zu behaupten, dass der Staat in den Diensten des Volkes stehen würden. Der Nationalstaat ist ein Eckpfeiler des kapitalistischen Systems. Um die Macht zu erhalten werden Völker, Arbeiter, Arbeitslose, Armeen, Rohstoffe, Migranten, Familien, Technologien und Ideologien, die Ausbeutung legitimieren (wie z.B. Nationalismus, religiöser Fundamentalismus, Sexismus und Szientismus) benutzt. Kein Volk, geschweige denn Alternative-Kräfte, werden vom Nationalstaat vertreten. Völker wissen nur zu gut, was es bedeutet unter Herrschaft zu leben, ausgebeutet und unterdrückt zu werden. Jedoch werden all diese Rechtsverletzungen mit der falschen Vorstellung, dass wir ohne Staat nicht leben könnten, legitimiert und ertragen. Als Frauen haben wir keinen Staat; als ArbeiterInnen haben wir keinen Staat; als MigrantInnen haben wir keinen Staat; als indigene Völker haben wir keinen Staat. Wenn wir sagen, dass wir keinen Staat haben, meinen wir, dass es keinen Staat gibt und geben wird, der uns wahrhaft vertritt, unsere Interessen vertritt und unser Wohlergehen fördert.
Weltweit müssen Frauen immer noch in allen Bereichen für Gleichberechtigung kämpfen. Denn noch immer herrscht in allen Lebensbereichen systematische Gewalt gegen uns. Frauen werden noch immer herabgesetzt, unterdrückt und objektiviert. Wer und wie erhält dieses System aufrecht, obwohl es die Hälfte der Weltbevölkerung annektiert? Wieso werden Kräfte wie die Taliban in Afghanistan oder Jolanî in Syrien, mit Hilfe hegemonialer Kräfte, gewaltsam an die Macht gebracht und zu Staatsoberhäuptern gemacht, trotz des Widerstandes der lokalen Bevölkerung? Und Warum werden wiederum Personen oder Kräfte, von denen sich die Bevölkerung repräsentiert fühlt, verhaftet, verschleppt oder ermordet? Weil eben in diesem System nicht die Interessen der Bevölkerung, sondern die der Herrschaftsmächte zählen.
Die Völker werden in Kriege gestürzt, die einzig und allein den herrschen Mächten dienen. Wie kann es sein, dass so viele Menschen für Entscheidungen den höchsten Preis zahlen, welche sie nicht selbst getroffen haben.
Es ist eine Falschdarstellung, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung durch einen Staat gedeckt werden. Ganz im Gegenteil wurden Völker so ihren fundamentalen Grundlagen beraubt und in eine Lage gebracht, in der sie die Herrschaftskräfte auf den Beinen halten. Wie haben die Herrschenden das wohl hinbekommen? Es käme zu kurz, zu sagen, sie hätten dieses System nur durch offene Gewalt und Zwang durchgesetzt, auch wenn sie es daran natürlich nie fehlen ließen.
Militär, Polizei, Gesetz und staatliche Medien werden seit jeher gegen die widerständigen gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere Frauen, eingesetzt. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass alle Teile der Gesellschaft durch die herrschenden Ideologien, wie Nationalismus, religiösen Fanatismus, Sexismus und Szientismus, vereinnahmt und durch diese ins System integriert werden.
Wegen eben dieser gedanklichen Systeme gelang es bisher keinem Kampf für Freiheit und Gleichheit, nicht dem zu ähneln, was sie ablehnten. Nicht nur kamen sie nicht umhin ihrem Feindbild zu ähneln, sondern stärkten dieses langfristig sogar. Dies erlebten zum Beispiel die nationalen Befreiungs- und Klassenkämpfe des 19. und 20. Jahrhunderts. All diese Kämpfe können den Fallen des Systems nicht entkommen, solange sie keine eigene Alternative Moderne erschaffen. Seit tausenden von Jahren sind Frauen durch männliche Herrschafts- und Machtstrukturen; Klassenspaltung, Militarismus und religiösem Fundamentalismus, Gewalt, Feminizid und Misshandlung ausgesetzt.
Die Zivilisation des 21. Jahrhunderts, welche Unterdrückung und Ausbeutung systematisiert hat, wird heute von Realitäten erschüttert, die an Wildheit erinnern. Die Strafakten von Jeffrey Epstein, welche die Welt und vor allem Frauen seit Monaten entsetzten, sind ein Beweis dafür, worauf das System der Männerherrschaft eben basiert. Die Entlarvung von Vergewaltigungsnetzwerken, die aus Milliardären und Eliten bestehen, kann nicht als Korruption einiger weniger Individuen oder als Ausnahmefall innerhalb des Systems angesehen werden. In Wahrheit ist der wahre Vergewaltiger das Kapitalistische Systems selbst, das durch patriarchale Codes Gestalt annimmt.
Liebe Schwestern, wir befinden uns genau an dem Punkt wo es heißt, “Entweder Freiheit oder Unmenschlichkeit!”, der Vorschlag der Frauenfreiheit, als Grundlage einer freien Gesellschaft, ist nicht theoretisch. Da die Versklavung der Frau und Feminizide die Grundlage für alle Formen der Versklavung und Herrschaftsstrukturen sind, führt die Überwindung dieses Übels, dass duch die Herrschenden Mächte erzeugt wird und täglich Krudelitäten wie Feminizide erzeugt, zwangsläufig an der Befreiung der Frau vorbei. Wenn die Aneignung der Rechte, die Entmündigung des Willens und die Ausbeutung der Arbeit, die vom System des 21. Jahrhunderts geschaffen wurden, nicht so tiefgreifend gewesen wären, hätte die Menschheit – insbesondere die Frauen – nach der Offenlegung der Epstein-Akten die Hölle entfacht. Dieses Problem ist viel weitgreifender als ein beispielloser Skandal. Einmal mehr sehen wir, wie Kapitalverhältnisse, verknüpft mit männerdominierten Machtnetzwerken, den Rechtsbereich in die private Domäne der Männer verwandelt haben. Die Machtnetze, die in den Händen von herrschenden Männern liegen, können das Recht vollkommen umgehen, undenkbare Verbrechen vertuschen und für ungeschehen erklären.
Krudelität ist für alle patriarchalen Systeme die Grundlage. J. Epstein heute zu verteufeln, würde das eigentliche Problem, der Vergewaltigungskultur und der Beziehungen der Herrschenden Elite, die diese wahnsinnigen Verbrechen erst möglich machten, verschleiern. Als Frauen müssen wir das gesamte System, was zu solcher Unmenschlichkeit führt, hinterfragen und einen umso größeren Kampf dagegen führen. Der Fall von J. Epstein zeichnet das zerstörerische Bild von männlicher Organisierung. Die historische Realität der Grausamkeit, des Menschenessens und Jagens findet seinen Ausdruck in Epstein´s kriminellen Verbrechensnetzwerken. Im Patriarchat ist dies kein außergewöhnliches Beispiel. Ganz im Gegenteil; Epsteins Insel des Verbrechens ist der Innbegriff des kapitalistischen Systems selbst. Wir sind ZeugInnen einer Welt, auf der sich Tag für Tag das Böse, durch die Organisierung von Kapital und Herrschaft, ausbreitet. Beispiele des Bösen sehen und erleben wir auf der ganzen Welt. Wenn wir das männliche System, welches diese Ausbeutung ja erst ermöglicht, nicht an sich ins Visier nehmen, stören und verändern, mag jede Skandal-Enthüllung zur Routine werden, das System aber weiter bestehen. Die Befreiung von Frauen erfordert einen großen und sehr radikalen Kampf.
Aufgrund all dieser Problematiken, ist es für uns als Frauen entscheidend, sich von allem zu lösen, was mit Herrschaft zusammenhängt- unser Mentalitäten, Kultur, unserem Lebensstil und Methoden. Sonst können auch wir uns nicht davor retten, dem Monster-System zum Fraß vorgeworfen zu werden. Wir müssen jetzt unseren eigenen Kampf als Frauen vorantreiben. Daher sollten wir unser Paradigma, unsere Institutionen, ein alternatives System und Kultur erschaffen, um so, unsere Gesellschaft, Lebensräume, Natur und Arbeitsbereiche entwickeln und verteidigen zu können. Für eine alternative Form des Lebens, die das Gegengift zu allen Formen der Herrschaft darstellt, müssen insbesondere Frauen den Weg bereiten.
Um die wichtigste Säule des kapitalistischen Systems, die Ausbeutung der Frau, zu stürzen, müssen wir alternative Kämpfe anführen. Unser Kampf ist der längste und globalste. Globale Frauenpolitik wird tiefgreifende Erkenntnisse und radikale Lösungen für Menschen- und Kinderrechtsverletzungen, soziale und kulturelle Diskriminierung, Umwelt- sowie Gesundheits- und Bildungsprobleme liefern. Denn Frauen sind die treibende Kraft des Sozialismus.
Das Problem der Frauen ist noch grundlegender als selbst die Klassen- und Nationalkonflikte. Es ist sowohl historisch als auch gesellschaftlich weitreichender. Die Lösung der Frauenfrage ist zentraler und umfassender als die der Klassen- und Nationen. Daher glauben wir, dass der kommunalistische Kampf den ihm gebührenden Erfolg erst dann erzielen wird, wenn er die Tatsache anerkennt und überwindet, dass Frauen die unterste Klasse sind. Wir sagen, dass Frauen die Vorreiterinnen im Aufbau des demokratischen Sozialismus sind!
Ohne die Befreiung der Frau zu erreichen, kann kein sozialistischer Kampf freiheitliche und gerechte Ergebnisse für die Gesellschaft erzielen. Das haben die geschichtlichen Bemühungen offenbart. Angesichts der grausamen Praktiken des patriarchalen Systems, die allen Lebewesen das Leben schwer machen, müssen Frauen als eine Kraft hervortreten, die Frieden und Demokratie am stärksten entwickeln kann. Wenn dann sind es wir Frauen, die das Blutvergießen und die Brutalität beenden können, die dem männlichen Denken entspringen. Wenn wir Frauen nicht Frieden und Demokratie verteidigen, für eine bessere Welt Kämpfen, dann bleiben uns keine Zufluchtsorte vor der männlichen Herrschaft. Sich gegen das herrschende System aufzulehnen, erfordert gewiss große Kosten; es bedarf starker Organisierung, tiefgreifender Kämpfe und Bemühungen um Selbstverteidigung. Wie ein weiteres Mal deutlich wurde, in allen Krisengebieten, besonders in Zeiten des Zerfalls von autoritären Regimen, stoßen Frauen die radikalste Dynamik in Massenprotesten an. Gleichzeitig werden sie am Verhandlungstisch ignoriert, ihre Rechte, Stimmen und Errungenschaften übergangen.
Die Stellung der Frau, als ein strategisches Thema überall auf die Tagesordnung zu setzen, ist unsere Aufgabe. Mit Feingefühl und im Bewusstsein, dass wir gemeinsam gewinnen und verlieren, müssen wir dem wachsenden Widerstand und der Unzufriedenheit von Frauen weltweit Gehör schenken. Wir müssen die Solidarität auf eine Ebene heben, die alle von den Herrschenden gezogenen Grenzen, überwindet. Wir müssen den Schmerz, die Freude, die Triumphe und die Errungenschaften unserer Schwestern als unser gemeinsames Erbe anerkennen und begrüßen. In dieser historischen Umbruchphase ist es unumgänglich, dass wir uns global organisieren und ein freies und gleichberechtigtes System für Frauen aufbauen, das sich gegen das sexistische, patriarchale und kapitalistische Weltsystem richtet. Zu diesem Zweck müssen wir demokratische Frauenbündnisse schaffen. Wir müssen angemessene Strategien, Methoden und Perspektiven des Kampfes entwickeln, die den Bedingungen, Merkmalen und Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts entsprechen. Im Wesentlichen müssen wir gemeinsam ein Programm zur Befreiung der Frauen im 21. Jahrhundert gestalten. Der Anstieg der Angriffe auf Frauen weltweit steht in direktem Zusammenhang mit dem Verhältnis zwischen dem patriarchalen, kapitalistischen Weltsystem und der Frauenbefreiung.
Wir müssen den Zusammenhang zwischen Massenvergewaltigungen in Asien und sexueller Gewalt in den Vereinigten Staaten erkennen. Wir müssen die Tötungen von Frauen, wie etwa Femizide in Lateinamerika, und die Entführung und Versklavung von Frauen und Mädchen durch religiöse Gruppen in Afrika und dem Mittleren Osten miteinander in Verbindung stellen. Wir müssen den Aufstieg faschistischer, frauenfeindlicher Regime und die damit einhergehende Enteignung hart erkämpfter Frauenrechte berücksichtigen. Und wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dieser Krieg des patriarchalen Systems auf globaler Ebene darauf abzielt, das wachsende Streben nach Frauenbefreiung zu unterdrücken. Nie zuvor wurde das männerdominierte System so stark herausgefordert, seine Grundfesten so erschüttert, wie jetzt.
Und die Voraussetzungen für Frauen, ihre Freiheit zu erkämpfen, waren nie günstiger. Die Möglichkeiten für eine zweite große Frauenrevolution waren in der Geschichte noch nie so groß. Wir befinden uns daher in einem historischen Prozess. Es gibt große Aussichten, aber auch große Gefahren. Tatsächlich wird uns an diesem historischen Wendepunkt, der gemeinsame Kampf zum Sieg verhelfen. Schutz vor Gewalt, Tod, Ausbeutung und Ungerechtigkeit durch Männer kann nur durch gemeinsamen Kampf erreicht werden. Mit der Energie, die wir in dem Slogan „Frauen, Leben, Freiheit“ ausdrücken, besinnen wir als kurdische Frauen uns dem 116. Internationalen Frauentag.
Mit dieser Stellungnahme, möchten wir unseren lieben Schwestern und Frauenorganisationen unsere Gedanken und Wünsche zu diesem Prozess mitteilen. Gleichzeitig feiern wir gemeinsam den 116. Internationalen Frauentag! Mit der Kraft und dem Licht unseres gemeinsamen Kampfes als Frauen, erneuern wir unser Versprechen und sagen, dass wir die Dunkelheit, die durch Herrschaft und Patriarchat geschaffen wurde, aus unserem Leben verbannen und jeden Tag zum 8. März machen werden. Möge jeder Tag so schön sein wie der 8. März, strahlend von Hoffnung und Licht.
Von Rosa bis Sara; Grüße an alle unsere Widerstandssymbole!